Flughäfen in Deutschland

Flughafen Hamburg

 

Oneways           Gabelflüge

 

Billigflug und Billigflüge ab Hamburg Flugticket, Flugtickets direkt online buchen


Vorgeschichte

1910:
Am 5. März besucht Graf Ferdinand von Zeppelin, der berühmte Luftschiffkonstrukteur, Hamburg und hält eine mitreißende Rede vor zahlreichen Hamburgern, in der er für die Zukunft der Zeppeline wirbt und an die Opferbereitschaft der Hanseaten zugunsten der Luftschifffahrt appelliert. Diesem Appell und dem Aufruf einiger prominenter Hamburger ist es zu verdanken, dass die Hamburger aus privaten Kreisen Mittel zur Errichtung einer Luftschiffhalle aufbringen und das fertige Produkt dann der Luftschifffahrt zur Verfügung stellen.
 

1911: Am 10. Januar gründet sich die Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG). Auf der Suche nach einem geeignetem Gelände für den Flugplatz einigte man sich schließlich auf ein 44,8 Hektar großes Gelände westlich der Alster und nördlich der Borsteler Rennbahn in der Nähe von Fuhlsbüttel. Im Mai beginnen die Ausschachtungsarbeiten für die Luftschiffhalle und bereits im Herbst können die Hamburger zum erstenmal ein Zeppelin-Luftschiff, die "Schwaben", über ihrer Stadt bestaunen.


1912: Im Januar wird die Luftschiffhalle in Betrieb genommen. Wenig später übernehmen die Flieger mit ihren Flugzeugen - den Aeroplanen, wie man damals sagt - von dem Gelände Besitz.
 

1913: Der Senat stimmt einer Erweiterung des Flughafens Hamburg auf 60 Hektar zu. Dabei ist der nördliche Teil des Platzes den Luftschiffen vorbehalten, während der südöstliche Teil den Flugzeugen dient. Dazwischen liegt ein großes Gartenrestaurant, in dem Luftschiffer, Flieger und zahlreiche Besucher für Hochbetrieb sorgen. In der Mehrzahl gelten Bewunderung und Interesse dieser Besucher den mächtigen Zeppelinen.
 

Im Ersten Weltkrieg

In dieser Zeit treten die Nachteile der Luftschiffe deutlich in Erscheinung - Unfälle häufen sich, so dass man sich immer mehr auf den Flugzeugbau und die Pilotenausbildung konzentriert. Mehr als 750 Militärflieger erwerben unter der Leitung von Krumsieck, dem Chefpiloten der Zentrale für Aviatik, ihren Pilotenschein in Fuhlsbüttel.
Im Laufe des Krieges fliegen schon militärische Kuriere eilige Postsendungen auf zahlreichen Linien - in England, Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien.
Und schließlich wird der Flugplatz durch Posten hermetisch gegenüber der Öffentlichkeit abgeriegelt; Fuhlsbüttel steht nunmehr ausschließlich im Dienst des Militärs.

1916: Ein Feuer in der Luftschiffhalle zerstört auch das letzte geeignete Marineluftschiff. Die Luftschifffahrt ist damit für das Reichsmarineamt bedeutungslos geworden, es kündigt den Mietvertrag. Die HLG baut die durch das Feuer zerstörte Halle aus eigenen Mitteln wieder auf und vermietet sie an die Hanseatischen Flugzeugwerke. Doch auch die Fliegerei scheint in Deutschland vor ihrem vorzeitigen Ende zu stehen: Nach dem Ersten Weltkrieg werden große Teile der deutschen Luftflotte als Folge der Versailler Verträge ins Ausland geschafft, zahlreiche Maschinen zerstört, die Hallen und Werkstätten in Fuhlsbüttel beschädigt und unbrauchbar gemacht.
 

Beginn des Zivilluftverkehrs

Innerhalb eines Jahrzehnts ist Fuhlsbüttel von einem sumpfigen Acker, auf dem sich einige abbruchreife Gebäude und abgewrackte Flugzeuge verloren, zu einem bedeutenden Luftverkehrsknoten Europas geworden!

1917: Im Dezember 1917 gründet die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG die Deutsche Luftreederei GmbH. Hapag, Zeppelin GmbH und Deutsche Bank beteiligen sich an dem Unternehmen.

1919: Am 5. Februar nimmt die DLR als erste Fluggesellschaft der Welt den planmäßigen Linienverkehr auf.
Der Flughafen Hamburg befindet sich zwar in einem desolaten Zustand, doch weitet sich der Liniendienst nach und nach aus. Schon am 1. März richtet die DLR zwischen Hamburg und Berlin eine regelmäßige Verbindung ein.
Doch sind einer allzu schnellen Entwicklung des deutschen Luftverkehrs enge Grenzen gesetzt. Artikel 198 - 202 des Versailler Friedensvertrages von 1919 ordnet die Vernichtung und Auslieferung allen Fluggerätes und -zubehörs an, während Einfuhr und Produktion von Flugzeugen untersagt werden. So bestehen die Siegermächte auch hartnäckig auf Zerstörung der Hamburger Luftschiffhalle.

1920: Am 1. September landet erstmals eine Maschine der kurz zuvor gegründeten KLM von Amsterdam über Bremen in Hamburg - mit Weiterflug nach Kopenhagen. Dieser sogenannte "Europa-Nordwestflug" gilt als erste internationale Linienverbindung in Europa.

1921: Unter großem Kostenaufwand wird die Luftschiffhalle im Laufe des Jahres an den Eckpfeilern gesprengt und bis auf den letzten Stein abgetragen. Der Luftverkehr in Hamburg steht damit nach einem verheißungsvollen Beginn vor dem frühzeitigen Zusammenbruch. Dagegen ist es Bremen Anfang 1921 gelungen, die führende Position im Luftverkehr in Nordwestdeutschland zu erreichen. Die DLR hat wegen der unzureichenden Bedingungen auf dem Flughafen Hamburg ihren Betrieb eingestellt. Der Hamburger Flughafen bietet zum Jahreswechsel ein Bild, das sich kaum von der desolaten Situation nach Kriegsende unterscheidet. Noch 1921 genehmigen Senat und Bürgerschaft erhebliche Mittel für die Instandsetzung des Platzes.

1922: Ende des Jahres kann durch die zahlreichen Verbesserungen der Vorsprung Bremens eingeholt werden und die HLG übernimmt nach einer vorübergehenden Verwaltung des Flughafens durch die finanzstarke Hamburg-Amerika-Linie wieder das Kommando über Fuhlsbüttel.

1923: Fuhlsbüttel erhält als erster Flughafen in Deutschland eine Funkstation. Ab 1926 kann man anfliegende Maschinen mit Funkpeilern orten.

1925: Aufgrund zunehmender Passagierzahlen ist man seit 1924 mit dem Bau neuer Hallen beschäftigt. Es bestehen Verbindungen nach Bremen, Kiel, Westerland, Hannover, Stettin, Danzig und Frankfurt, sowie nach London, Kopenhagen, Malmö, Amsterdam, Rotterdam.

1926: Es beginnt die Ausschreibung für das neue Abfertigungsgebäude zwischen den Hallen A und B. Alle wichtigen Funktionen, wie Flugreise- und Frachtverkehr, Verwaltung, Zuschauerunterbringung und Restaurationsbetrieb werden unter einem Dach vereint.

1929: Es bestehen direkte und indirekte Flugverbindungen zu rund 80 Städten, darunter 20 ausländische Städte, was die Bedeutung der Hansestadt im internationalen Luftverkehr unterstreicht.
Nicht nur in Europa, auch innerhalb Hamburgs hat Fuhlsbüttel seine Randlage verloren: Es ist seit 1926 direkt mit dem Straßenbahnnetz der Hansestadt verbunden.
Ende der zwanziger Jahre ist Fuhlsbüttel in ein breitgefächertes nationales und internationales Netz von Fluglinien eingegliedert.
 

Etablierung

1932: Der Vorsprung des Flugzeugs gegenüber seinem Konkurrenten, dem Luftschiff, ist inzwischen nicht mehr aufzuholen. Die Flugzeuge bestimmen das Bild in Fuhlsbüttel. Deshalb wird in diesem Jahr die Hamburger Luftschiffhallen-Gesellschaft umbenannt in Hamburger Flughafen-Verwaltung GmbH. Mit der Umbenennung tritt gleichzeitig die Unterstützung der Luftschifffahrt als Unternehmensziel weiter in den Hintergrund.

1930 - 1933: Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der dreißiger Jahre treffen den Flugverkehr äußerst hart. Innerhalb von drei Jahren büßt Fuhlsbüttel rund 35 Prozent des Frachtvolumens und ca. 10 Prozent des Passagieraufkommens ein, während sich die Zahl der planmäßigen Flüge von 5.756 auf 3.819 verringert.

1934 – 1937: Fuhlsbüttel erlebt eine erneute Blütezeit. Aufgrund des steigenden Passagieraufkommens plant man eine Erweiterung des Flughafengeländes, welche am 27. Mai 1935 beim Reichsministerium für Luftfahrt beantragt wird. Dem Antrag wird am 12.7.1935 per Erlass stattgegeben.
In der ersten Hälfte der dreißiger Jahre wird die Nachtbefeuerung in Fuhlsbüttel ständig verbessert und erweitert. Die Umrandungsfeuer werden ergänzt, Hindernisfeuer werden auf allen größeren Gebäuden angebracht und auf dem Flugsteig werden kleinere Scheinwerfer montiert, die die Abfertigungsplattform auch während der Dunkelheit in helles Licht tauchen und eine schnelle Nachtabfertigung ermöglichen. Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes dreht sich ein riesiger Scheinwerfer als Ansteuerungslicht. Das Peilhaus, das anfliegende Maschinen zu orten hat, wird mehrmals verlegt und erweitert. Eine Kurzwellenbake am Rollfeld soll Landungen auch bei schlechter Sicht ermöglichen. Das Passagieraufkommen erreicht 1937 mit 57.194 Fluggästen den zweithöchsten Stand vor dem Zweiten Weltkrieg. In der Rangfolge der deutschen Flughäfen - Berlin liegt unangefochten an der Spitze - nimmt Fuhlsbüttel hinter Frankfurt und Köln, die in weitem Abstand folgen, den vierten Platz ein. Fuhlsbüttel verwandelt sich von einem ländlichen Ausflugsziel, wie es sich noch Anfang der zwanziger Jahre präsentierte, zu einem Verkehrsknotenpunkt.

Bis 1940: Die Stadt Hamburg erwirbt sämtliche Anteile der Gesellschaft für Flughafenverwaltung. Damit wird die Bedeutung anerkannt, die der Flughafen mittlerweile für die Hansestadt und den gesamten Wirtschaftsraum in und um Hamburg bekommen hat.
 

Krieg und das Ende

1939: Man fängt an, das Verwaltungsgebäude Süd zu errichten. Als es seiner Bestimmung übergeben werden kann, ist Fuhlsbüttel bereits kein Zivilflughafen mehr. Am 28. August 1939, vier Tage vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, beschlagnahmt die Luftwaffe den Flughafen, um ihn "in den Dienst der Landesverteidigung" zu stellen. Sämtliche zivile Einrichtungen werden militärischen Zwecken zugeführt. Fuhlsbüttel wird Flugstützpunkt der Luftwaffe und Fliegerschule. Außerdem ist Hamburg zum Luftsperrgebiet erklärt worden, wodurch der Zivilflugverkehr über Hamburg zum Erliegen kommt. Stattdessen starten von Hamburg aus Versorgungs-, Kurier- und Aufklärungsflüge der Luftwaffe.

1941: Der letzte nicht-militärische Benutzer des Flughafens, die Hamburger Polizei, die eine Halle auf dem Gelände gemietet hat, muss das Feld räumen. Die Luftwaffe beansprucht das Gebäude jetzt als Lagerstätte für Flugzeugattrappen.
Über den Maschinenpark der Lufthansa verfügt ebenfalls das Militär. Für zivile Flüge sind Sondergenehmigungen erforderlich. Aufrechterhalten werden vor allem die Strecken ins neutrale Ausland, in die Schweiz, nach Spanien, Portugal und Schweden. Ein geregelter Linienverkehr ist nicht durchzuführen - das Fliegen während der Kriegsjahre ist gefährlich.

1939 bis 1945: Über das Schicksal des Hamburger Flughafens während des Krieges, die Zahl der Flugbewegungen und seine Bedeutung für die Luftwaffe ist wenig bekannt, da sämtliche Unterlagen in dieser Zeit verbrannt wurden. Offensichtlich ist nur, dass sich der Flughafen Hamburg optisch verändert. Aus einem regen Verkehrsknotenpunkt ist - scheinbar - wieder die ursprüngliche ländliche Idylle geworden. Hunderte von Birken und Tannen, riesige geflochtene Matten und Tarnnetze sollen den Flughafen für die feindliche Luftaufklärung in ein Stück unberührter Natur verwandeln. Ob diese Tarnung Erfolg hat oder Fuhlsbüttel als Zielgebiet von Bombenangriffen absichtlich ausgespart wird - jedenfalls bleibt der Flughafen Hamburg im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Flughäfen unzerstört. Im Mai 1945 wird der funktionsfähige Flughafen von der Royal Air Force übernommen.
 

Fuhlsbüttel wird "Hamburg Airport"

1945: Auf dem Flughafen, der durch den Krieg keinen Schaden erlitten hat, richtet sich die britische Luftwaffe als Hausherr ein. Der Jargon ändert sich: "Hamburg Airport" heißt das Gelände nun. Nach der Proklamation der Alliierten vom 20.9.1945 ist den Deutschen der Betrieb und Besitz von Luftfahrzeugen verboten. Gesetzgebung und Verwaltungshoheit für Zivilluftfahrt liegen in der Zuständigkeit der Besatzungsmächte. Auch die Verwaltung von Hamburg-Fuhlsbüttel geht an die britische Armee über.
Durch die Isolation während der Kriegsjahre ist die deutsche Zivilluftfahrt erheblich in den Rückstand geraten - die Entwicklung in der Luftfahrt hat Hamburg und die anderen deutschen Städte überholt.

1946: Die britische Besatzungsmacht beginnt aufgrund ihres Interesses an schnellen Verbindungen in die Heimat, mit der British European Airways (BEA) einen zivilen Liniendienst auf dem Air-Force-Stützpunkt Fuhlsbüttel einzurichten. Ab 1. September wird zweimal täglich die Strecke London-Amsterdam-Hamburg-Berlin bedient.
Das Verkehrsaufkommen wächst und Fuhlsbüttel findet schließlich wieder Anschluss an den europäischen Luftverkehr. Dies veranlasst die Royal Air Force, die Aufsicht über den Flughafen dem Civil Aviation Board (CAB) zu übertragen. Außerdem werden Pläne entwickelt, den Flughafen dem gestiegenen Verkehrsaufkommen anzupassen. So gestaltet sich nun auch die Flugsicherung nach modernen Erfordernissen: Eine Anflugbefeuerung wird installiert, die dem Piloten ca. einen Kilometer vor dem Kopf der Bahn den Weg zum Landestreifen weist.

1947/48: Für 1951 ist der Einbau eines Instrumentenlandesystems vorgesehen. Die Ausbaupläne werden im Winter 1947/48 dem Hamburger Tiefbauamt zur Ausführung übertragen.

1948: Am 25. Juni gibt der amerikanische Militärgouverneur den Befehl, eine Luftbrücke zur Versorgung West-Berlins einzurichten. Während die amerikanischen Maschinen hauptsächlich von Frankfurt und Wiesbaden aus starten, fliegt die Royal Air Force Berlin durch den nördlichen Luftkorridor von Wunstorf, Faßberg, Lübeck, Celle und Hamburg aus an. Die Arbeiten an der Startbahn I, die gerade begonnen haben, werden mit Hochdruck fortgesetzt. 1.400 Bauarbeiter sind nun damit beschäftigt, die Bahn wenigstens noch bis Ende 1948 fertig zustellen, um sie für die Luftversorgung West-Berlins nutzen zu können.
 

Wirtschaftswachstum

1950: Am 1. Oktober geht die Flughafenverwaltung wieder in deutsche Zuständigkeit über.
Der Aufgabenbereich der Flughafenverwaltung respektive der Flughafen Hamburg GmbH (FHG) weitet sich rasch aus. Zu den Vorfelddiensten kommen zum Teil die Fluggast-, Gepäck- und Frachtabfertigung hinzu. Außerdem wird seit Beginn der fünfziger Jahre die gesamte Abfertigung auf dem Flughafen selbst abgewickelt. Deutsche Angestellte und Beamte arbeiten an der Seite der Engländer.
 

1953: Die Flugsicherung geht in deutsche Hände über. Sie ist seit 1953 Aufgabe der neugeschaffenen Bundesanstalt für Flugsicherung. Der 1. Juli 1953 ist der erste Tag, an dem der Union Jack nicht mehr auf dem Flughafen gehisst wird. Sämtliche Verwaltungsfunktionen sind endgültig in deutsche Hände übergegangen. Das Verbot eines eigenen deutschen Luftverkehrs bleibt allerdings bestehen.
Trotzdem hat Fuhlsbüttel wieder Verbindung mit der Welt und entsprechend steigt das Passagieraufkommen. Der enorme Aufschwung des Hamburger Luftverkehrs zu Beginn der fünfziger Jahre ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zwar trifft die Teilung Deutschlands gerade Fuhlsbüttel besonders hart, denn der Hamburger Flughafen ist von einem großen Teil seines Hinterlandes abgeschnitten. Andererseits profitiert der Stadtstaat aber auch von der Brückenkopf- und Drehscheibenfunktion nach West-Berlin und Skandinavien. Wegen der geographischen Lage im Norden der Bundesrepublik Deutschland und Mitteleuropas werden zur damaligen Zeit die meisten Auslandsrouten der skandinavischen Luftverkehrsgesellschaften über Fuhlsbüttel geführt.
Der Aufschwung des Luftverkehrs schafft erhebliche Probleme für die Frachtabfertigung, da die vorgesehenen Keller zur Lagerung der Luftfracht schon bald nicht mehr ausreichen. Die provisorisch genutzte Flughalle wird schließlich zur Frachthalle umgebaut. Dem Ansturm von 1953 ist aber auch diese Halle nicht mehr gewachsen, so dass auf dem Vorfeld eine Fläche hergerichtet werden muss, die ein sofortiges Verladen vom Flugzeug auf Lastwagen ermöglicht.
Außerdem spielt Hamburgs Randlage in den Überlegungen der neuen Deutschen Lufthansa eine wesentliche Rolle. Als sogenannte "periphere Lösung" bietet Hamburg die Möglichkeit, mit der kleinen Flotte der Lufthansa eine optimale Auslastung zu erreichen. Frankfurt ist dagegen vorwiegend für innerdeutsche Stops vorgesehen. Hamburg ist bereit, die notwendigen Gebäude nach den Vorstellungen der Luftag zu errichten. Fast 12 Millionen Mark stellt der Senat für den Ausbau zur Verfügung. Mit der Hamburger Flughafenverwaltung wird am 2. Dezember 1953 ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen: Eine neue Flugzeug-Doppelhalle, die auf dem Fuhlsbütteler Gelände errichtet werden soll, ist als technische Basis der künftigen Luftverkehrsgesellschaft, als Wartungs- und Überholungszentrum, vorgesehen.
Im Sommer 1953 ist Baubeginn auf dem Gelände der ehemaligen Borsteler Rennbahn.

1954: Im August feiert man bereits das Richtfest für die neue Wartungshalle.

1955: Am 1. März nimmt die Lufthansa den Probeflugverkehr innerhalb der Bundesrepublik auf. Einen Monat später, am Morgen des 1. April 1955, wird auf dem Hamburger Flughafen wieder die blaugelbe Flagge mit dem Kranich gehisst. Die Pariser Verträge vom Mai 1955 geben der Bundesrepublik die volle Souveränität und Lufthoheit, so dass der "Kranich" in den folgenden Tagen seine neuen Europa-Linien befliegen kann. Mit feierlichen Ansprachen werden die Strecken nach London, Madrid und Paris eröffnet. Weitere Strecken folgen.

1959: Am 25. August beschließt der Senat mit Zustimmung von Schleswig-Holstein, die Landebahn II in Richtung Ohemoor über die Landesgrenzen hinaus zu erweitern, da es zunächst unmöglich ist, in Fuhlsbüttel mit vollbeladenen und vollgetankten Jets zu starten. Die Lufthansa hat daraus bereits Konsequenzen gezogen und ihren interkontinentalen Verkehr, der mit Düsenmaschinen abgewickelt wird, nach Frankfurt verlegt, denn die Rhein-Main-Metropole verfügt über längere Startbahnen.

1960: Für die Lufthansa beginnt das Düsenzeitalter. Am 2. März um zwölf Uhr mittags trifft die erst Boeing 707-430 Intercontinental der Lufthansa auf dem Flughafen Hamburg ein. Die Düsenflugzeuge bringen aber nicht nur eine erhebliche Verkürzung der Flugzeiten mit sich, sondern auch eine enorme Steigerung der Passagier- und Frachtkapazitäten. Der Flughafen Hamburg festigt seinen Ruf als "Luftkreuz des Nordens". Im Verkehrsaufkommen liegt er weiterhin nach Frankfurt an zweiter Position in der Bundesrepublik.
Die verlängerte Startbahn I wird im Oktober dem Verkehr übergeben.

1961: Das Hauptgebäude muss aufgrund der steigenden Passagierzahlen erweitert werden. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit kann am 9. November Bürgermeister Engelhard dem Verkehr Anlagen übergeben, die ganz auf die Bedürfnisse der Fluggäste zugeschnitten sind.

1962: Fuhlsbüttel erhält aufgrund der starken Lärmbelästigung durch die Düsenflugzeuge eine Lärmschutzhalle in der die Probeläufe der im Lufthansa-Werftbereich überholten Maschinen stattfinden. Neue Anflugverfahren werden entwickelt; "Kavalierstarts" der Düsenriesen sollen vermieden werden; zwischen 23 Uhr und 6 Uhr wird der Flugverkehr nur in Ausnahmefällen gestattet. Die ersten Schallschutzprogramme für die Nachbarschaft werden vorbereitet.

1964: Die Arbeiten zur Verlängerung der Bahn II werden beendet. Das Flughafengelände hat sich damit erneut beträchtlich erweitert - 500 Hektar umfasst jetzt die Fläche.

1969: Es zeichnet sich sehr bald ab, dass die zur Verfügung stehende Kapazität bereits Ende der sechziger Jahre erreicht werden wird. Daher beschließt die Flughafenverwaltung den weiteren Ausbau der Abfertigungsanlagen für ein Maximum von 4 Millionen Passagieren.1969 kann man die "Deutschlandhalle" einweihen.

1970: Am 30. März schwebt das erste Großraumflugzeug der Lufthansa, eine Boeing 747, auf den Hügel vor der Halle 1-2 der Lufthansa-Werft zu. Eigens für die neuen Riesen - ein Jumbo ist z.B. 19,33 Metern hoch - wird zum Winter 1970 eine neue Abfertigungsposition eingerichtet, zu der ein Fluggaststeig mit zwei beweglichen Fluggastbrücken, ein großer Warteraum und eine Gepäckumschlagsanlage gehören.

1971: Es wird ein boomartiger Anstieg der Touristik-Branche verzeichnet. Zwischen Hauptgebäude und Verwaltungsgebäude Nord wird eigens für die Charterflüge eine Abfertigungshalle gebaut, da man dem Flugtouristik-Boom gerecht werden möchte.

1972/73: Nach der Hochkonjunktur im Luftverkehr folgt 1972/73 ein Verkehrseinbruch. Sowohl die Passagierzahlen, als auch die Zahl der Starts und Landungen, sowie der Luftfrachtverkehr zeigen ein deutliches Minus auf. Dies hat verschiedene Ursachen: Einerseits führen die Fluglotsen von Juni bis November 1973 auf allen deutschen Verkehrsflughäfen einen "Bummelstreik, was zur Folge hat, dass viele Flüge vom Flugplan gestrichen werden oder jedoch verspätet stattfinden. Andererseits geht der Rückgang im Luftverkehr auch auf das 1971 zwischen der Bundesrepublik und der DDR geschlossene Transitabkommen zurück, denn parallel zum Streik der Fluglotsen lösen immer weniger Fluggäste ein Ticket nach West-Berlin. Außerdem führt die Ölkrise zu kräftigen Preiserhöhungen für die Treibstoffe der Jets. Die Tickets werden deshalb erheblich teurer.
In Fuhlsbüttel wird 1973 die Lärmmessanlage installiert, wozu nach dem Bundesgesetzes zum Schutz gegen Fluglärm vom März 1971, jeder Flughafen verpflichtet ist. Ein Jahr vorher hat der Fluglärmschutzbeauftragte, eine neu eingerichtete Dienststelle der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, seine Diensträume bezogen.
 

1974: Mitte der siebziger Jahren sind die Rückgänge aus dem Verkehrseinbruch 1972/73 wieder aufgeholt, und Fuhlsbüttel steht im Zeichen einer neuen Aufwärtsentwicklung. Für 1,5 Millionen Mark wird deshalb 1974 damit begonnen, die Flugzeughalle B zur Charterhalle C umzubauen.

1975: Die neuen Abfertigungseinrichtungen für abfliegende Urlauber und Gastarbeiter werden in Betrieb genommen.

1976: Die Erweiterung der Luftfrachtumschlagsanlage ist abgeschlossen. Außerdem übernimmt Lufthansa am 9. Februar in Hamburg-Finkenwerder bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm seinen ersten Airbus.

1980: Die Passagierzahlen im innerdeutschen Verkehr haben sich seit 1969 etwa verdoppelt, weshalb Fuhlsbüttel auch seit 5. März 1980 ein neues Abfertigungsgebäude vorweisen kann.
Allerdings verzeichnet der deutsche Luftverkehr 1980 einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent, 1981 bereits 0,8 Prozent. Ein Jahr später liegt das Minus bei 3,2 Prozent. Eine Talfahrt scheint sich anzubahnen. Die kritische wirtschaftliche Lage schlägt voll auf den Luftverkehr durch.

1982: Neben der neuen Abfertigungshalle von 1980 bringt eine neue großzügige "Charterhalle" als Pendant zur Inlandsabfertigung den gesamten Gebäudekomplex nicht nur architektonisch ins Gleichgewicht. Jetzt kann auch der Charterbetrieb funktionsgerecht und auf dem Niveau des Linienverkehrs abgewickelt werden.

1983: Im Sommer 1983 werden im Passagier-, sowie im Frachtverkehr wieder deutliche Zuwachsraten erzielt. Außerdem verzeichnet der Flughafen Fuhlsbüttel im zweiten Halbjahr 1983 seinen 75millionsten Fluggast. Seit Beginn 1950, als der Flughafen Hamburg wieder in deutsche Verwaltung übergegangen ist, haben damit 75 Millionen Fluggäste die Abfertigungsanlagen passiert.

1985: Weitere bauliche Veränderung des Flughafens stehen an: Durch die Verlegung der Berlin-Ankunft in den innerdeutschen Bereich steht im Auslandswarteraum fast 50 Prozent mehr Platz zur Verfügung. Durch zusätzliche Ausgänge geht es schneller voran. Auch wer noch ein Andenken oder eine Zeitschrift kaufen und sich im Duty-free-Shop versorgen möchte, kommt nicht zu kurz. Die Läden, und damit auch das Angebot, sind größer und auf Selbstbedienung umgestellt. In der Ankunft schaffen zwei neue, rundum laufende Gepäckbänder die Voraussetzung, dass jeder schneller an seine Koffer und Reisetaschen kommen kann. Dennoch ist das Gebäude des Flughafens auf die großen Mengen von Fluggästen letztlich nicht eingerichtet, doch das soll sich ändern...

 

Webseite des Flughafens Hamburg: http://www.airport.de

 

 

Tel.: 030 - 821 50 65
dass-reisebuero.de
Tel.: 030 - 821 50 65
Tel.: 030 - 821 50 65
Tel.: 030 - 821 50 65
Tel.: 030 - 821 50 65