Finnland

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Politische Beziehungen

Zwischen Deutschland und Finnland bestehen seit dem Zeitalter der Hanse und der Reformation historische, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Das Deutsche Reich hatte 1917 an der Loslösung Finnlands von Russland und der anschließenden Unabhängigkeit Finnlands am 6. Dezember 1917 wesentlichen Anteil.

Trotz des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes von 1939, mit dem Finnland dem sowjetischen Einflussbereich überlassen wurde und zwei daraus resultierenden Kriegen gegen die Sowjetunion, in denen Finnland heroischen Widerstand leistete, trotzdem erhebliche Gebiete abtreten musste, aber daraus bis heute viel an nationalem Selbstbewusstsein schöpft, konnten die traditionell guten Beziehungen in der Nachkriegszeit im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich bald wiederhergestellt werden. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Finnland und den damals beiden deutschen Staaten wurden aber erst am 7. Januar 1973 wieder aufgenommen.

Finnland räumt der Deutschlandpolitik einen hohen Stellenwert ein. Dies zeigt sich u.a. in zahlreichen Konsultationen im politischen wie im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Diese haben im Jahr 1999 im Zusammenhang mit den aufeinander folgenden EU-Präsidentschaften beider Länder eine besondere Intensität erreicht.

Gute persönliche Kontakte bestehen auf allen politischen Ebenen; Höhepunkt der Besuchsdiplomatie war der Staatsbesuch von Bundespräsident Rau in Finnland vom 10. - 12. September 2001.

Zwischen den Parlamenten beider Länder bestehen auf Bundes- wie auf Landesebene gute Kontakte. Die deutsch-nordische Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag unterhält langjährige Beziehungen zur finnisch-deutschen Parlamentariergruppe im finnischen Parlament und besuchte Finnland zuletzt im Oktober 2003.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist seit 1991 sowohl bei der Ein- wie bei der Ausfuhr Finnlands wichtigster Handelspartner. Die deutsche Statistik verzeichnet im Jahre 2003 Ausfuhren von 6,8 Mrd. EUR und Einfuhren von 5,3 Mrd. EUR, woraus sich ein deutscher Überschuss von 1,5 Mrd. EUR ergibt. Nach der finnischen Statistik ist der deutsch-finnische Handel ausgeglichen.

Finnische Unternehmen sind mit Investitionen in Deutschland weiterhin aktiver als deutsche Unternehmen in Finnland. Etwa 450 finnische Firmen haben in Deutschland investiert, vor allem die schon gut in Deutschland vertretene Papierindustrie (darunter Stora Enso mit Sachsenpapier in Eilenburg und UPM-Kymmene Oyj mit der Akquisition von Haindl-Papier in Augsburg). Allerdings haben sich von dem deutschen Markt auch einige Unternehmen wieder zurückgezogen, z.B. der Energiekonzern Fortum, der sich aus strategischen Gründen wieder vom Energieunternehmen Wesertal getrennt hat. Die Aktivität deutscher Unternehmen in Finnland hat in den letzten Jahren zugenommen: Die Firma Valmet Automotive baut in Uusikaupunki an der finnischen Westküste für Porsche einen großen Teil des Modells Boxster (Jahresproduktion 2003: 25.000 Fahrzeuge); der Energiekonzern E.ON hat sich beim Elektrizitätswerk Espoo eingekauft und mit Fortum ein umfangreiches Tauschgeschäft abgeschlossen.

In den letzten Jahren sind immer mehr deutsche Banken (Deutsche Bank, NordLB, HSH Nordbank) und Einzelhandels-Unternehmen (Lidl, Bauhaus) in Finnland aktiv und erfolgreich. Bis Mitte 2004 wurden bereits 54 Lidl-Filialen eröffnet.

Im Dezember 2003 erhielt das Firmenkonsortium Framatome/Siemens den Zuschlag zum Bau des fünften Kernkraftwerkes in Finnland mit einem Auftragsvolumen von ca. 3 Mrd. EUR, das bis 2009 fertig gestellt werden soll und umfangreiche Aufträge mit sich bringt.

Eine deutsch-finnische Handelskammer besteht seit 1978. Der deutsch-finnische Regierungsausschuss für Wirtschaftsfragen tagt seit 1960 jährlich. Das letzte Treffen fand am 2./3. Juni 2003 in Helsinki statt, das nächste wird voraussichtlich Ende September 2004 in Deutschland durchgeführt.

Kulturelle Beziehungen

Obwohl die deutsche Sprache seit etwa 1960 ihre führende Stellung an das Englische verloren hat, sind die Einflüsse der auf jahrhundertealte Traditionen gegründeten finnisch-deutschen Beziehungen auch noch heute insbesondere in Wissenschaft, Kultur und im Rechtswesen spürbar.

Die Förderung des Deutschunterrichts - aktiv unterstützt durch die finnische Seite - aber auch der Kontakt zu den Hochschulen im Lande, sind vorrangige Anliegen Deutschlands. Die Fördermaßnahmen von DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), PAD (Pädagogischer Austauschdienst), Alexander von Humboldt-Stiftung und anderer Mittlerorganisationen werden - angesichts der auch in Finnland bestehenden Sparzwänge bei Schulen, Hochschulen, Museen und Kulturzentren - besonders dankbar entgegengenommen.

Zum regen Kulturaustausch trägt - trotz erheblicher Einschnitte in ihren Budgets - das Goethe-Institut in Helsinki bei (als letztes von insgesamt vier Goethe–Instituten im Lande: Tampere, Turku und Jyväskylä wurden seit 1990 geschlossen). Wichtige Pfeiler der Kulturbeziehungen sind zudem die über 120 Jahre alte Deutsche Schule Helsinki sowie die ebenso alte Deutsche Bibliothek, die Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Finnland, die DAAD-Lektoren und die germanistischen Abteilungen der finnischen Universitäten.

Das Netz des nicht-staatlichen Kulturaustauschs ist dicht. Neben zahlreichen Besuchen und den Direktkontakten zwischen Künstlern und Wissenschaftlern beider Staaten verwirklichen die mehr als 30 finnisch-deutschen Vereine in Finnland sowie die ca. 80 Gruppen der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Deutschland vielfältige kulturelle Austauschprogramme. Die Deutsch-Finnische Gesellschaft ist die drittgrößte bilaterale Vereinigung ihrer Art in Deutschland( nach den für Großbritannien und Frankreich) Hinzu kommen die Aktivitäten von etwa 60 Städtepartnerschaften, die sich u.a. für den Schüler- und Jugendaustausch einsetzen. Deutschland bleibt nach wie vor für finnische Studenten beliebter Studienstandort.

Quelle - auswärtiges Amt